Novi Sad

Novi Sad ist das administrative Zentrum der Autonomen Provinz Vojvodina. Auf dem Gebiet des heutigen Novi Sads befanden sind schon zu prähistorischen Zeiten Siedlungen. Novi Sad entstand im Gebiet der Pannonischen Tiefebene, wo einst das Pannonische Meer und Sumpfgebiet war. Die Stadt liegt zwischen der europäischen und balkanischen Kultur, welche es immer zu versöhnen vermag.

In der Zeit der Habsburger Monarchie wurde von 1692 bis 1780 am rechten Donauufer, die Petrovaradiner Festung gebaut, eines der bekanntesten Verteidigungsobjekten in Europa. Die Stadt Novi Sad wurde von den geschickten und fleißigen Händler- und Handwerkshänden gegründet, die in der Festung ihren Dienst entrichteten. 12 Soldaten, 20 Bäcker, Metzger und anderer Handwerker wurden als Gründer der heutigen Stadt in die Gründungsurkunden eingetragen. Am 1. Januar 1748 verlieh Kaiserin Maria Theresia der Stadt die Rechte einer Freien Kaiserstadt und nannte sie Neoplanta (ungarisch: Új-Vidégh, deutsch: Ney-Satz, serbisch: Novi Sad). Gerüchten zufolge sollen sich die Handwerker und Händler den Status der Freien Kaiserstadt für 80.000 Forint von der Kaiserin abgekauft haben, da sie nicht länger Bewohner einer Militärsiedlung, sondern Bürger einer freien Handelsstadt sein wollten. Seitdem sind die Freiheit und Unabhängigkeit die Grundsteine der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung der Stadt.

Novi Sad ist bekannt für die Mischung zahlreicher Kulturen. Die Geschichte und die Gegenwart bestätigen, dass die Bürger Novi Sads immer die grundlegenden menschlichen Werte geschätzt und bewahrt haben: Wissen, Arbeit, Zuneigung, Frieden, Toleranz und Bescheidenheit. Dies macht Novi Sad zu einer einheitlichen und spezifischen Gegend, die sich durch Gastfreundschaft, Mehrsprachigkeit und Aufgeschlossenheit auszeichnet. Die 300.000 Bewohner der Stadt schöpfen ihre Lebenskraft aus der Donau, dem Fluss, der ihr Temperament und ihre Lebensweise formte.

Die Kontinuität der Stadtentwicklung zeigt sich auch in den nationalen Institutionen, die ihren Sitz in Novi Sad haben, wie etwa Matica srpska (serbisches Kulturwerk), das Serbische Volkstheater u. a. Auf der Petrovaradiner Festung können die Touristen das Stadtmuseum besuchen, in welchem eine ständige Ausstellung zum städtischen Leben von der ersten Hälfte des 18. bis zu Mitte des 20. Jahrhundert zu sehen ist. Des Weiteren befindet sich auf der Festung ein Planetarium. Die Gäste, die nach Novi Sad kommen, können sich auch reiche Sammlungen im Museum der Vojvodina, im Institut für Naturschutz (die Naturhistorische Ausstellung hat 60.000 Exponate), in der Galerie der Matica srpska (über 7.000 Kunststücke), in der Kunstgalerie mit der Sammlung von Rajko Mamuzic (sie umfasst die Sammlung serbischer Kunst aus der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts) aber auch in der Sammlung ausländischer Kunst, der Gedenkausstellung von Pavle Beljanski (mit Spitzenwerken der serbischen Kunst aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts), Heimatsammlung in Sremski Karlovci, Gedenkausstellung „Jovan Jovanović Zmaj“ in Sremska Kamenica u.a. anschauen.

Novi Sad ist die Stadt kultureller Veranstaltungen und Festivals wie etwa: Theaterfestival “Sterijino pozorje”, Kinderfestival “Zmajeve dečje igre”, Novi Sader Musikfestival, Internationales Jazzfestival, Film- und Medienfestival „Cinema City“, Internationales Festival des alternativen Theaters “Infant”, Internationales Festival zu Videokunst “Videomedeja”, die Donau-Theiss-Donau-Regatta, Internationale Landwirtschafsmesse, Internationale Messe für Jagen, Angeln, Sport, Tourismus und Nautik „Lorist“, das größte Musikfestival in Südosteuropa EXIT usw.

Die Novi Sader Universität hat 19 Fakultäten und spezialisierte Lehrstühle für Minderheitensprachen bzw. Lehrstühle, an den der Unterricht in Minderheitensprachen abgehalten wird.

Dank außerordentlich guter Bedingungen für Weinanbau zählen die Weingärten von Fruška gora seit dem Mittelalter zu den bedeutendsten in Mitteleuropa. In der Fruška gora gibt es drei Zentren für Weinproduktion: Petrovaradin mit Sremski Karlovci, Irig und Erdevik.

Nicht weit entfernt von Novi Sad befindet sich der Nationalpark „Fruška gora“ mit Schutzgebieten für zahlreiche Tierarten. Neben Wäldern, wertvollen Ökosystemen und geomorphologischen Objekten befinden sich in Fruška gora auch bekannte Klöster und viele Ausflugsorte: Iriški venac, Zmajevac, Andrevlje, Koruška, sowie die Seen Ledinačko, Međeš, Borkovac…

Am Donauufer in der Nähe von Novi Sad befindet sich das Koviljer-Petrovaradiner Moor, ein wichtiger Nistplatz von Vogelarten, von denen einige als seltene und gefährdete Arten eingestuft sind. Anfang Juni findet hier jährlich eine Foto-Safari statt.

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