Niš

Niš ist eine der ältesten Städte auf dem Balkan. Mit über 250.000 Einwohnern ist Niš die drittgrößte Stadt in Serbien und der Sitz des Nišava-Kreis. Es befindet sich im Südserbien an der Kreuzung der wichtigsten Balkan- und europäischen Straßen, die Europa mit dem Nahen Osten verbinden. In Niš zweigt sich die Hauptstraße, die vom Norden durch das Moravatal führt in Richtung Süden in die Täler der Südmorava und Vardar nach Thessaloniki und Athen ab oder führt in Richtung Ost nach Sofia, Istanbul und den Nahe Osten durch die Täler der Flüsse Nišava und Marica. Diese zweite Straße war schon zu römischen und byzantinischen Zeiten als Via militaris bekannt und wurde im Mittelalter Konstantinopel-Straße benannt.

Das weite Gebiet der Stadt Niš wurde bereits zu neolithischer Zeiten besiedelt, genauer in der frühen Bronzezeit, wovon die prähistorischen Befunde an den Lokalitäten Bubanj und Humska čuka zeugen. Auf dem Gebiet von Naissus lebten in vorrömischer Zeit Dardanen, Kelten und Illyren. Der Name Naissus (die Feestadt) stammt von den Kelten. Zu römischen Zeiten war die Stadt eine starke Militärfestung, in der im Jahr 274 einer der größten Herrscher des Römischen Reiches geboren wurde: Flavius Valerius Constantinus, bekannter als der Kaiser Konstantin der Große. Während seiner Herrschaft wurde Niš zum wichtigen wirtschaftlichen, militärischen und administrativen Zentrum. Die entdeckten frühchristlichen Grabstellen und Kirche (2.-4. Jh.), als auch die Anerkennung des Christentums als offizielle Religion des Römischen Reiches (313) zeugen von einer alten, christlichen Tradition in dieser Stadt. In der Zeit vom 6. bis zum 10. Jahrhundert wird Niš von den Hunnen, Awaren, Slawen, Bulgaren und Ungarn angegriffen und teilweise erobert.

Der große serbische Župan Stefan Nemanja eroberte Niš im Jahr 1183 und trifft sich in der Zeit des Zweiten Kreuzzugs 1189 hier mit dem deutschen Kaiser Friedrich Barbarossa, um ein Bündnis gegen Byzanz zu schließen. Es folgen Angriffe aus Byzanz, weiter Angriffe der Bulgaren und Ungarn bis Niš 1386 von den Türken erobert wurde. Der serbische Fürst Stevan Sinđelić stirbt mit seinen 3000 Mitkämpfern im Kampf gegen 10.000 Türken bei Cegar, den Heldentod, an dem noch heute der Cele-Turm (ein Turm gebaut aus Schädeln der gefallenen Serben) erinnert. Nach der Befreiung von den Türken im Jahr 1878 fängt die moderne Entwicklung der Stadt an. Im Jahr 1914 wurde Niš zum Sitz der serbischen Regierung und des Parlaments. Nach dem Ersten Weltkrieg wird Niš der Sitz des Morava-Kreises.

Die wichtigsten kulturhistorischen Denkmäler in Niš sind: Mediana – ein großer Gutbesitz aus römischer Zeit (4. Jh.), die Festung von Niš – die am besten erhaltene türkische Festung auf dem Mittelbalkan, gebaut 1723 auf Resten der römischen Stadt Naissus, der Cele-Turm (s.o.), Cegar mit dem Denkmal am Kampfes des Fürsten Stevan Sindjelic mit den Türken, das Denkmal für die Befreier Nišs, gebaut 1937 zum Gedenken an die Kämpfe um die Befreiung der Stadt, der Lager „Crveni krst“, nationalsozialistisches Konzentrationslager, Gedenkpark Bubanj, einer der größten Massengräber Serbiens aus dem Zweiten Weltkrieg.

Die Ausflugsorte in der Nähe von Niš sind: die Schlucht von Sićevo – geschütztes Naturphänomen mit einer 16km Länge und mit seltener Flora und Fauna, dann die Schlucht von Jelašnica – spezielles Naturreservat, 2km lang mit Wasserfällen und seltener Flora und Fauna, der Ausflugsort Bojanine vode, dann Kamenički vis mit einem Wintersportgebiet und die Höhle von Cerjan, 4km lang mit großen Hohlräumen und sehr schönen Höhlenschmuck.

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