Kragujevac
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In ökonomischer und kultureller Hinsicht, aber auch im Bezug auf das Gesundheitswesen, Bildung und Politik ist Kragujevac das Zentrum von Šumadija und Pomoravlje sowie der Nachbarregionen. Mit seinen mehr als 180.000 Einwohnern ist dies die viertgrößte Stadt Serbiens. Gleichzeitig im Herzen des Landes wie auch der Region Šumadija gelegen, erstreckt sich die Stadt auf einer Fläche von 835 km² mit 57 Stadtverwaltungen und 78 selbst-verwalteten lokalen Gemeinden. Kragujevac wurde an den Ufern des Flusses Lepenica im Kragujevac-Becken errichtet und wird von den Ausläufern der Bergregionen Rudnik, Crni Vrh und Gledić umschlossen.

Kragujevac liegt auf 180 m über dem Meeresspiegel mit gemäßigtem Kontinentalklima. Die Region Šumadija ist geprägt durch ihre hügelige Landschaft mit sanft sich dahin ziehenden Hängen. Der Name der Region entstammt einer Zeit, als die Gegend noch größtenteils von Wald bedeckt war (šuma – serb. Wald); heute besteht noch etwa ein Viertel des Gebietes aus Wald.

Erste schriftliche Belege über die Existenz von Kragujevac als kleine Siedlung von 32 Häusern stammen aus dem Jahr 1476. Die vielen Wasserstraßen der Gegend spielten eine wichtige Rolle für die Entscheidung, die Stadt hier am Ufer des Flusses Lepenica, zwischen den Hängen der Gebirge Rudnik, Crni Vrh und Gledić, zu gründen. Der Fluss Lepenica und seine Nebenläufe durchqueren das Stadtzentrum und wurden einst als Verbindung von Gruža, Lepenica und Rudnik mit der Pomoravlje-Region genutzt.

Prinz Miloš Obrenović erklärte Kragujevac zur Hauptstadt Serbiens, nachdem er 1818 das Land von der türkischen Herrschaft befreit hatte. 1822 bestand die Stadt aus 283 Häusern und beheimatete etwa 2000 Einwohner. Besondere Bedeutung erlangte die Stadt mit der Errichtung der Geschützgießerei (Topolivnica), die dann zum militärtechnischen Institut (spätere Autofabrik Zastava) ausgebaut wurde. Kragujevac war in vielerlei Belangen ein Vorreiter des Landes: Es war die erste Hauptstadt Serbiens (1818) und erster Sitz des Hofes, Serbska Kancelarija (1820), beheimatete die erste Oberschule, das erste Theater – das serbische Hoftheater (1835), die erste Universität – ‘Licej’ (1838) Serbiens, verfügte über die ersten gegossenen Kanonen (1853) und das erste E-Werk (1884). Auch heute ist die Stadt noch der Sitz einer Reihe regional und national bedeutender Institutionen, von denen viele die zu den frühesten Vertretern ihrer Art in Serbien gehören. So etwa: das Joakim Vujić Theater (1835), die Vuk Karadžić Nationalbibliothek (1866) und die Abrašević Gesellschaft für Kunst und Kultur (1904).

Das Kragujevac Nationalmuseum beinhaltet eine archäologische Abteilung (mit mehr als 100.000 Exponaten, eine Kunstausstellung (mit mehr als 1.000 Werken) und eine ethnographisch-historische Abteilung zu Kragujevac und Šumadija. Das Alte Gießereimuseum zeigt eineinhalb Jahrhunderte industrieller Entwicklung in Kragujevac und Serbien. Unter den vielen Sehenswürdigkeiten in Kragujevac von kulturellem und historischem Wert sind vor allem die Alte Kirche (Stara Crkva), eine Stiftung Prinz Miloš Obrenović aus dem Jahre 1818, die Versammlungsgebäude des serbischen Fürstentums, der Palast von Prinz Miloš, das Gerichtsgebäude, die ehemalige Residenz Amidža Konak, die erste Oberschule und der Park des Kragujevac Oktoberdenkmals besonders erwähnenswert.

Eine Vielzahl kultureller Veranstaltungen finden in Kragujevac statt, unter den bedeutendsten etwa OKTOH, der internationale Anti-Kriegs-Cartoon-Salon, das internationale Festival der Kammerchöre, der Folklore-Schaukasten, das Jazz-Festival und das serbische Theaterfestival Joakim Fest.

Das erste Süßwasseraquarium Serbiens, das Kragujevac Aquarium, ist eine besondere Attraktion, die sich in der Wissenschaftsfakultät befindet. Die 200 m² große Ausstellung zeigt in über 250 Becken die Lebenswelt der Balkangewässer wie auch tropische und subtropischer Regionen.

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