Labudovo Okno
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Labudovo Okno liegt im Südosten des Bezirks Banat. Dazu gehören das Donaugebiet und die Überschwemmungsgebiete am südlichen Rand der Pannonischen Ebene. Labudovo Okno liegt zwischen den Deliblato Sandflächen im Norden und dem Ramsko Jezero See im Süden. Das Gebiet umfasst die Donau und ihre Ufer, die Binneninseln Žilava und Čibuklija, die überschwemmten Meander des Flusses Karaš, die Mündung der Nera, Ada Zavojska, Dunavče sowie den schmale Streifen des rechten Donauufers.

Labudovo Okno entstand als sich die Flussgeschwindigkeit der Donau infolge des Baus des Djerdap-Stausees verlangsamte. Der Name (labud bedeutet ‘Schwan’) leitet sich von den Schwänen ab, die sich hier in verschiedenen Teilen des Feuchtgebietes alljährlich zusammenfinden. An den Ufern der Sandflächen gibt es weder Quellen noch Wasserläufe, aber im Schwemmgebiet der Donau haben unterirdische Wasservorkommen ständige Teiche in den Sandhohlräumen gebildet, die sich während der Flutung und Hochwasser miteinander und mit dem Fluss verbinden.

Das Feuchtgebiet Labudovo Okno kombiniert verschiedene Lebensräume – die ständig bewegten Gewässer des Flusses, Flussuntiefen, die Wälder des Schwemmgebiets, Süßwassersümpfe – und bildet einen Flickenteppich aus verschiedenen Pflanzenbeständen, von Wasser- und Sumpfpflanzen (Adonisröschen, blaue Kugeldiesteln, und verschieden Pilze) bis zu Feuchtwiesen und Steppenflächen. Labudovo Okno ist eines der letzten Refugien einiger immer seltener werdenden Wasserpflanzen und bedrohter Sumpfpflanzenarten, unter denen die wichtigsten die weiße und die gelbe Seerose, Kalmus und Orchideen sind. Die Waldflächen werden von feuchtigkeitsliebenden Arten wie Weiden, Pappeln, Schlehe, Sommereiche, Waldrebe und Pilze gebildet.

Dieses Gebiet ist in Serbien der wichtigste Nist-, Überwinterungs- und Rastort für Stelzvögel während ihres Vogelzugs. Labudovo Okno ist außerdem der Nistplatz für 55 Wasservogelarten, von denen die meisten auf der Liste der Naturseltenheiten erfasst sind. Außerdem ist dies das wichtigste Überwinterungsgebiet des Balkans für Blassgänse, Graugänse, Schnellenten, Seeadler und Schnelladler. Auch für die Zwergscharbe ist Labudovo Okno der wichtigste und für den Braunsichler der einzige Nistplatz Serbiens. Jedes Jahr sichert dieses Gebiet über 20.000 Stelzvögeln das Überleben; während des Vogelzuges, der Paarung und der Überwinterung finden sich hier mehr als 40.000 Seidenreiher, Tafelenten und Zwergsäger zusammen. Die sandigen Ufer der Donau beheimaten die größte Uferschwalbenkolonie in Europa von ungefähr 15.000 Vogelpaaren.

Die Feuchtgebiete und seichten Stellen der Donau sind ein idealer Laichgrund für viele Fischarten. Um die 50 Arten wurden hier registriert, die bedeutendsten unter ihnen Karpfen, Wels, Barsch und Sterlet.

Zu den hier lebenden Süßwasserweichtieren zählen Flussmuscheln, lebendgebärende Schnecken und Blutegel, die das unter Ende der Nahrungskette bilden. Die zahlenreichste Gruppe der hiesigen Tierwelt stellen mit etwa 15.000 Insektenarten die Gliederfüßer. Die Lebenszyklen vieler der hier lebenden Arten sind an den sandigen Böden der Ufer ausgerichtet; dies gilt etwa für verschiedene Erdwespenarten, Erdwanzen (Cynidae) und Käfer, von denen viele ausschließlich hier vorkommen. In den Steppenflächen lebt die Gartenkreuzspinne und im Wasser leben Insektenarten wie Stechmücken, Libellen, Tauchkäfer sowie Wasserspinnen und Flusskrebse. Mit 24 Amphibien- und Reptilienarten stellt Labudovo Okno ein einzigartig belebtes Gebiet und den wichtigsten Lebensraum für Ponto-kaspische und mediterrane Arten in Europa dar. Wir finden hier auch die Messerfußkröte, die Rotbauchunke, die Taurische Mauereidechse, die Smaragdeidechse und die große Peitschennatter.

Von den 39 Säugetierarten ist die wohl bedeutendste der hier lebende Nacktmull, der auf der internationalen Roten Liste bedrohter Arten steht. Dies ist die wichtigste Brutstätte in der Pannonischen Ebene. Dies gilt auch für die Mopsfledermaus, die in ganz Europa eine bedrohte Art darstellt und von diesem Feuchtgebiet und sumpfigen Lebensraum als Futterstätte abhängig ist. Die Teiche und Sümpfe werden darüber hinaus von einer kleinen Population Otter bewohnt.

Eine Vielzahl archäologischer Stätten und die Überreste von drei Festungen zeugen von der langen Besiedlung der Gegend und von der Bedeutung der sich hier kreuzenden Land- und Wasserwege. Die Lokalbevölkerung geht traditionellen Beschäftigungen wie dem Fischen, der Schaaf-, Rinder- und Bienenzucht nach. Im weiteren Umfeld werden Mais, Weizen, Sonnenblumen Äpfel und Trauben angebaut.

INFORMATIONEN

JP “Vojvodinašume”
Šumsko gazdinstvo “Banat”
Maksima Gorkog 24, 26000 Pančevo
tel: +381 (0)13 342-899
www.vojvodinasume.rs
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