Das Flusstal Pčinje

Im Südosten Serbiens gelegen, umfasst diese Gegen sowohl die Gebirgsausläufer von Kozjak und Starac als auch das Flusstal des Pčinje, der die beiden Gebirge von einander scheidet. Der Pčinje ist aufgrund seiner Schönheit, seiner Schluchten und seines gewundenen Laufes besonders attraktiv.

Das Landschaftsbild dieser Region ist ihr größtes Kapital – abwechslungsreich und dynamisch; ein Großteil seiner Besonderheit begründet sich auf seiner Höhenlage und der geologischen Beschaffenheit. Die Bilder und Geräusche am Fluss Pčinje sowie das Zusammenspiel der unterschiedlichen Landschaften (Wiesen, Wälder und Weiden) machen den besonderen Wert dieser Gegend aus. Die vielen unterschiedlichen Szenerien, die der Beobachter hier genießen kann, machen diese Region so reizvoll – vom Tiefland über die Terrassenlandschaft und die Schwemmlandebene bis zu den höchsten Gipfeln der umgebenden Berge.

Das Gebiet wird zu allen Seiten von hohen Bergkämmen umstanden: Starac im Westen, Ravni Rid und die Hänge von Kozjak im Osten, Crni Krš, Vogance und Staračka Kula im Norden und schließlich der Kozjak im Süden. Auf diese Weise entsteht ein Becken, dass sich nur im Süden und Südosten über das Pčinje-Tal an der Stelle öffnet, wo der Fluss die Schlucht verlässt.

Im Zentrum der Region liegt das im 11. Jahrhundert gegründete Kloster St Prohor Pčinjski, eine Stätte von besonderem kulturellen und architektonischen Wert, das ein weiterer Faktor ist, der die Wichtigkeit des Schutzes von Natur, Kultur und historischem Erbe in dieser Region untermauert.

Das ganze Gebiet liegt an der Grenze von kontinentalem und mediterranem Klima. Beide klimatischen Bedingungen sind hier gleichzeitig vertreten, was die Vielfalt der hier vorkommenden Arten begründet. Hierzu gehören etwa tertiäre Pflanzen und Reliktpflanzenarten. Im Baumbestand überwiegen Ungarische und Türkische Eichen, die in Richtung Mazedonien Flaumeichen, orientalische Hainbuchen, Manna-Eschen, Stechwacholder oder Baumhasel weichen.

Im Flusstal des Pčinje kommen zwei Arten von Tieren üblicherweise vor: für sub-mediterrane Wälder typische Arten, die Lebensräume wie Schluchten, warme und lichtreiche Wälder und Unterholz bevorzugen, und solche Tierarten, die typischerweise in europäischen Laubwäldern vorkommen. In der hiesigen Gegend leben zum Beispiel der europäische Kupfer-Skink, die Taurische Mauereidechse, die Peitschennatter, Eichhörnchen, Wölfe,  Rotschwalben, Habichte oder Kurzfanghabichte. Darüber hinaus kommt hier folgendes Jagdwild vor: Dammwild, Wildschweine, Hasen, Füchse, Dachse, Siebenschläfer und Baumschläfer.