Die Velika Morava

Der Fluss Morava oder Velika Morava entsteht aus dem Zusammenfluss von Zapadna Morava und Južna Morava (Westliche Morava und Südliche Morava) bei Stalać. Sie mündet in der Nähe der Städte Smederevo und Kostolac in die Donau. Mit der Zapadna Morava ist die Morava der längste Fluss Serbiens – die Velika Morava allein ist 185 km lang, zusammen mit der Zapadna Morava erstreckt sie sich auf 493 km.

Der Flusslauf, der einst sehr viel länger war, wurde durch Flussbau und Maßnahmen zum Zwecke des Landgewinns verkürzt. Der am weitesten entfernte Oberlauf des Moravabeckens ist der Fluss Ibar, der größte rechtsseitige Zufluss der Zapadna Morava. Zusammen genommen formt das Flusssystem aus Ibar, Zapadna Morava und Velika Morava mit 550 km das längste des Balkans.

Das Becken der Velika Morava nimmt eine Fläche von 6.126 km2 ein. Das gesamte Morava-System erstreckt sich auf eine Fläche von 37.444 km2, was 42,38% der Fläche des Gebietes Serbien entspricht. Die Morava verläuft durch das fruchtbarste und am dichtesten besiedelte Gebiet Zentralserbiens, Pomoravlje, geformt aus einer ehemaligen Bucht des Pannonischen Meers, das sich bis vor etwa 200.000 Jahren hier befand. Ungefähr auf halber Strecke des Tales befindet sich die Schlucht Bagrdanska Klisura.

Die Zuflüsse der Velika Morava sind die Jovanovačka Reka, die Crnica, die Ravanica, die Resava und Resavica, die Kalenićka Reka, der Lugomir, die Belica, die Osaonica, die Lepenica, die Rača und die Jasenica. Bevor sie in die Donau mündet, teilt sie sich und bildet den 47 km langen Flussarm Jezava, die sich zuerst mit der Ralja vereint und dann ebenfalls in die Donau mündet.

Die Velika Morava ist ein meandrierender Fluss, der seinen Lauf nach Überflutungen oft ändert, wobei Seen entstehen, die im früheren Flussbett zurück bleiben. Heute ist die Velika Morava von ihrer Mündung aus auf nur 3 km schiffbar; früher konnte sie jedoch bis Ćuprija befahren werden. Im 19. Jahrhundert wurde das Flusstal zur Geburtsstätte des modernen serbischen Staates, damals Morawisch-Serbien genannt. Die Morava wird in vielen Liedern besungen, einerseits zu Ehren der Fruchtbarkeit, die sie dem Land spendet, andererseits aber auch aufgrund ihrer launischen Natur und ihrer Neigung, über die Ufer zu treten.

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