Studenica

In der Nähe der malerischen Schlucht des Flusses Ibar, auf der rechten Seite des Flusses Studenica, umgeben von hohen Schutzmauern, erhebt sich das Kloster von Studenica. Es war eine Schenkung des Großfürsten und Gründers des unabhängigen Staates Serbien, Stefan Nemanja, dessen Dynastie zweihundert Jahre lang über das Land herrschte.

Studenica ist das bedeutendste mittelalterliche Kloster Serbiens und sowohl in geistlicher als auch in künstlerischer Hinsicht ein Zentrum serbischer Kultur. Mehr als ein Jahrzehnt – von 1183 bis 1196 – dauerte es, dieses schönste Beispiel mittelalterlicher serbischer Architektur zu erbauen. Das Klosterleben von Studenica bestand seit der Gründung seiner Gemeinde im 12. Jahrhundert kontinuierlich. Als Schenkung und letzte Ruhestätte des Gründers der Nemanjić Dynastie inspirierte Studenica viele Vertreter dieser Herrscherlinie, welche Mausoleen in Anlehnung an die Kirche der Mutter Gottes errichteten.

Die Kirche der Mutter Gottes gilt als bedeutendstes Beispiel der architektonischen Schule Raška.  Die Verschmelzung von byzantinischem Raumgefühl und Baustruktur sowie der weiße Marmor romanischer Architektur machen Studenica zu einem Meisterwerk mitteleuropäischer Architektur.

Die Fresken, Kunstwerke byzantinischer Malerei des 13. Jahrhunderts, stehen in der Tradition der mittelalterlichen Kunst Serbiens. Die Gewölbe der Kirche hüten einige der wichtigsten Beispiele serbischer Alltagskunst wie etwa den Ring von Stefan Nemanja, verschiedene Metallgegenstände, Leichentücher, Urkunden und andere Relikte.

Einen besonderen Teil des Klosterkomplexes Studenica bildet die Königskirche, eine Schenkung von König Milutin aus dem Jahre 1314, deren außergewöhnlich präzisen Wandgemälde besonders zu erwähnen sind. In ihrer Gesamtheit gehören sie zu den schönsten Vertretern serbischer Kunst des Mittelalters.

Mit seinen Kirchen, Speisezimmern und Wohnräumen hat das Kloster von Studenica seine ursprüngliche Funktion bewahrt und steht unter strengem Denkmalschutz. Seit 1986 steht der Komplex auf der Liste des UNESCO Welterbes. Das Kloster ist Teil der Kulturroute der Transromanica.