Dolina Kraljeva

Im Flusstal von Ibar und Raška, im Gebiet südlich von Kraljevo bis unterhalb von Novi Pazar, entstand einst der mittelalterliche serbische Staat. Aus diesem Grund wird die Gegend Dolina Kraljeva – ‘Tal der Könige’ – genannt, obwohl sie auch den Namen Dolina Jorgovana – ‘Tal des Flieders’ – trägt. Doch gleich welcher Bezeichnung liegen in diesem Tal einige der wertvollsten mittelalterlichen Klöster Serbiens.

König Uroš I Nemanjić (1243-1276) ordnete als Willkommensgruß für seine zukünftige Braut –  die französische Prinzessin Hélène d’Anjou – an, dass von Raška bis Kraljevo alle bekannten Fliederarten entlang des Flusses Ibar gepflanzt würden. Auf diese Weise wurde die serbische Königin und Heilige vom Tal des Flieders, der als Frühlingsboote gilt, in Empfang genommen. Bis auf den heutigen Tag wird Anfang Mai ein traditionelles Volksfest unter dem Namen ‘Tag des Flieders’ (Dani jorgovana) gefeiert.

Eine Reise durch das Tal der Könige beginnt in Kraljevo, einer der größten Städte Zentralserbiens, die 1882 ihren heutigen Namen erhielt, als das Fürstentum unter seinem ersten König Milan Obrenović zum Königreich Serbien erklärt wurde. Das Kloster Žiča gilt mit seiner charakteristischen roten Fassade als ‘Mutter aller Kirchen’. Hier wurde der erste Stifter, Stefan Prvovenčani (’Der Erstgekrönte’) zum ersten König der Nemanjić-Dynastie gekrönt. Die Legende besagt, dass in diesem Kloster noch sechs weitere Könige gekrönt und dass für jeden von ihnen ein Tor geöffnet und anschließend zugemauert wurde, woraus sich der poetische Name Žiča der Sieben Türen ableite.