Das Kloster Manasija

Das Kloster Manasija liegt am Bach Resava in der Nähe von Despotovac und ist eines der letzten Denkmäler der serbischen Kultur des Mittelalters. Die Kirche wurde von dem Despoten Stefan Lazarević, Sohn von Prinz Lazar Hrebeljanović, errichtet. Der Bau der Kirche, einer ausschweifenden Festungsanlage und des großen Refaktoriums (Speiseraum) dauerte von 1406  bis 1418.

Die beeindruckenden Mauern mit ihren elf Türmen und dem umgebenden Graben bilden das zeitgenössisch moderne Verteidigungssystem des Klosters. Der prominenteste und imponierendste Turm – der Wohnturm – wird Despotova Kula (Turm des Despoten) genannt. Den Zugang zur Burg eröffnete ein großes Tor auf der Westseite.

Die Dreifaltigkeitskirche gilt als Paradebeispiel der Morave-Architektur. Eine besondere Rarität in Serbiens Architektur des Mittelalters ist ihr Mosaikfußboden.

Die Fresken von Manasija sind, zusammen mit jenen aus Kalenić, die schönsten der Morava-Klöster und gehören zu den beeindruckendsten Fresken alter serbischer Kunst im allgemeinen. Neben den monumentalen Darstellungen von Kriegern im Chorschiff sind die in der Kuppel dargestellten Propheten sowie die idealisierte Abbildung des Despoten Stefan Lazarević, der ein Modell der Dreifaltigkeitskirche zeigt, besonders schöne Fresken.

Abgesehen von Klosterkirche und Festung sind in Manasija zum Teil Überreste des alten Refaktorium (Speiseräume) und der Bibliothek erhalten. In der Bibliothek befand sich ein scriptorium (Schreibsaal), in welchem zahlreiche Abschriften für den Kirchengebrauch angefertigt wurden. Die sogenannte “Resava Orthographie” wurde hoch geschätzt und beeinflusste spätere Schriftgelehrte.