Die Festung von Niš

Die Festung von Niš wurde im frühen 18. Jahrhundert von den Türken auf der rechten Uferseite der Nišava im Zentrum der Stadt Niš auf römischen und mittelalterlichen Grundmauern erbaut. Ihr Grundriss entspricht einem unregelmäßigen Vieleck. Der Stein für den Bau wurde aus dem nahegelegenen Steinbruch von Hum gefördert, wobei auch älteres Baumaterial etwa von Monumenten oder Sarkophagen verwendet wurde.

Die Festung verfügt über vier große Tore: das Stambol- (Istanbul), das Belgrad-, das Vidin- und das Große Tor, wobei letzteres den Zugang zum Fluss ermöglichte. Auch heute noch sind alle Tore gut erhalten. Einst war die Festung von einem großen Wassergraben umgeben, in welchen bei Bedarf Wasser aus der Nišava eingeleitet werden konnte.

Innerhalb der Befestigungsanlage befand sich eine Siedlung mit Händlern, eine Andachtsstätte, Barracken und weiteren militärisch genutzten Bauten. Heute sind von alledem nur noch einige Schießpulverläden, die Bali-beg Moschee aus dem 16. Jahrhundert und einige Gebäudebögen erhalten. Zur Festung gehört auch ein hamam (türkisches Bad) aus dem 15. Jahrhundert, das eines der ältesten Beispiele nicht-religiöser Architektur vom Beginn der türkischen Herrschaft darstellt. Darüber hinaus weist die Architektur der Festung arabische Einflüsse auf.

Aufgrund seiner strategischen Bedeutung verblieb die Festung, bis sie im Jahr 1877 an Serbien überging, unter türkischer Kontrolle.

Die Festung von Niš gehört zu den Kulturgütern von großer Bedeutungund beherbergt heute auch häufig Kultur- und Kunstveranstaltungen.