Die Festung von Belgrad
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Bereits seit dem zweiten Jahrhundert wurde das Gebiet der Festung von Belgrad militärisch befestigt. Die Verteidigungsanlage wurde dann bis in das 18. Jahrhundert immer weiter ausgebaut.  Von ihrer erhöhten Lage aus übersieht sie den Zusammenfluss von Save und Donau. Heute ist die Festung ein einzigartiges Museum für die Geschichte Belgrads. Die Anlage besteht aus der Festung selbst, der oberen und der unteren Stadt (Gornji/Donji Grad) sowie dem Kalemegdan Park.

Wegen seiner besonderen strategischen Bedeutung wurde hier im zweiten Jahrhundert nach Christus eine Befestigungsanlage – ein römisches castrum – als ständiges Militärlager für die vierte Legion des Flavius errichtet. Nachdem die Goten und die Hunnen die Festung dem Erdboden gleich gemacht hatten, wurde sie in den ersten Jahrzehnten des sechsten Jahrhunderts wieder aufgebaut. Weniger als ein Jahrhundert später wurde sie von den Awaren und Slawen zerstört.

Um diese Festung herum, auf der Anhöhe über dem Zusammenfluss von Save und Donau, entstand die antike Siedlung Singidunum, welche sich später zum slawischen Belgrad entwickelte. Die Festung von Belgrad wurde mehrere Male zerstört und wieder aufgebaut. Auf den römischen Mauern wurden serbische errichtet und auf ihnen türkische und österreichische. Im zwölften Jahrhundert überbaute der byzantinische Kaiser Manuel I. Comnenus die römischen Ruinen mit einer neuen Burg. Während der ersten beiden Jahrzehnte des vierzehnten Jahrhunderts wurde diese kleine Bergfestung bis zu den Flussufern erweitert.

Unter der Herrschaft des Despoten Stefan Lazarević wurde Belgrad zur neuen Hauptstadt Serbiens ernannt und die Befestigung der oberen und die unteren Stadt weiter ausgebaut. Der Despotenpalast wurde in der alten Burg und an der Save ein Militärhafen errichtet. Innerhalb dieser Mauern entwickelte sich dann eine fortschrittliche mittelalterliche Stadt.

Mit dem österreichisch-türkischen Krieg begann schließlich eine neue Ära. Die belgrader Festung nahm in in den bewaffneten Konflikten des 18. Jahrhunderts eine Schlüsselfunktion ein und musste in dieser Zeit dreimal wiedererrichte werden. Während der österreichischen Besatzung zwischen 1717 und 1739 gehörten die modernen militärischen Befestigungsanlagen zu den mächtigsten Europas. Die Pläne hierfür entwarf der schweizerische Offizier Nicolas Doxat de Démoret, der in der österreichischen Armee diente. Bevor die Türken nach Belgrad zurückkehrten wurden diese neukonstruierten Anlagen zerstört. Erst zum Ende des 18. Jahrhunderts hatte die belgrader Festung dann ihre endgültige Gestalt angenommen.

KALEMEGDAN

Heute ist Kalemegdan einer der größten und schönsten Parks Belgrads. Doch in jener Zeit, als die Festung von Belgrad die wichtigste militärische Anlage der Stadt darstellte, diente der Park als Beobachtungspunkt von welchem aus der Feind zum Kampf erwartet wurde. Dementsprechend leitet sich der Name vom türkischen Wort  kale – Fort und meydan – ‘Platz’ bzw. ‘Feld’ ab. Die Türken nannten Kalemegdan Fikir-bayır – ‘Hügel der Besinnung’.

Kalemegdan umfasst die Gedenkstätte der Festung von Belgrad, das Monument der Dankbarkeit gegenüber Frankreich, den Cvijeta Zuzorić Kunstpavillon, den Musikpavillon, die ‘Große Treppe’ (Veliko Stepenište), einen Zoo, einen Kinderjahrmarkt, weitere Gedenkstätten, Skulpturen, Sportgelegenheiten, Restaurants und Cafés.

So ist die Festung von Belgrad heute ein Kulturgut von großer Bedeutung und ein beliebter Ort für Kultur-, Kunst- und Unterhaltungsveranstaltungen.

INFORMATIONEN

JP “Beogradska tvrđava”
Kralja Petra I 71/III, 11000 Beograd
tel: +381 (0)11 2620-685
www.beogradskatvrdjava.co.rs
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