Diana

Das römische castrum von Diana wurde auf einer Felswand hoch über der Donau, Karataš genannt, nahe des Dorfes Sipa bei Kladovo errichtet. Der Bau der frühesten irdenen und hölzernen Befestigungen steht im Zusammenhang mit der Ankunft der ersten Militärverbände an der Donau zu Beginn des ersten Jahrhunderts. Eine große steinerne Festung (140×136 m) ist auf Kaiser Trajan und dessen Bautätigkeit zurückzuführen, die mit dem Bau des Sipa Kanals (101 n. Chr.) abgeschlossen wurden und dessen Errichtung eines der größten Hindernisse bei der Navigation auf der Donau beseitigte.

Mitte des fünften Jahrhunderts fielen die Bauten der Zerstörung durch die Hunnen anheim und wurden um 530 durch Kaiser Iustinian wieder errichtet. Auch beim Einfall der Awaren und der Slawen Ende des sechsten und Anfang des siebten Jahrhunderts wurde die Festung dem Erdboden gleich gemacht. Einige außergewöhnliche Funde (verschiedene Gegenstände des alltäglichen Lebens sowie Mamor- und Bronzeplastiken) deuten darauf hin, dass Diana nicht nur dem Schutz und der Verteidigung des Kanals diente, sondern darüber hinaus sechs Jahrhunderte lang ein bedeutendes Wirtschaftszentrum mit eigenem Hafen war.

Im Inneren der Stätte wurden die baulichen Überreste einer Apsis, von Militärbarracken, eine Latrine und die Grundstrukturen weiterer Bauten wie etwa der principia (militärisches Hauptquartier) mit einer Säulenhalle in der Mitte gefunden. Außerhalb der Festungsmauern konnten die Existenz einer heiligen Stätte nachgewiesen sowie die Überreste eines Martyrium, Teile einer Totenstätte wie auch Teile einer Siedlung, die sich westlich des Militärlagers ausdehnte, aufgefunden werden.

INFORMATIONEN

Nationalmuseum, Belgrad
Archäologisches Museum Đerdap
Trg kralja Petra bb, 19320 Kladovo
tel: +381 (0)19 803-900
www.narodnimuzej.rs